Curriculum Traumapädagogik

 und traumazentrierte Fachberatung

 

20-tägige Weiterbildung zum Traumapädagogen

 

 

Inhalte

 

Block 1: Grundlagen, Haltung und Beziehung

 

Institutionelle Rahmenbedingungen

Sicherer Ort

Zusammenspiel Klient – Institution – Fachkraft (und die zugehörigen Systeme)

Übergaberegeln, Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten, Krisenmanagement

Kooperationen, Räumlichkeiten, Raumgestaltung, Personal,…

 

Spezifische Belastungen für Mitarbeiter, Umgang damit und Kraftquellen

 

Geschichtliche und theoretische Grundlagen sowie Richtungen der Traumapädagogik

Möglichkeiten und Grenzen

 

Das Konzept „Traumatisierung“ in unterschiedlichen Erklärungsmodellen

Einführung in die ICD-10

primäre, sekundäre, tertiäre Traumata

singuläre vs. komplexe Traumata;

akute vs. chronifizierte Traumata;

spezifische, Traumatisierungen wie Folter, sexuelle Gewalt, erzwungene Migration

 

Resilienz- und Risikofaktoren für die Entwicklung einer Traumafolgestörung

 

Traumafolgestörungen im ICD-10 und darüber hinaus

Erscheinungsbild, Verbreitung, Komorbidität…

Auswirkungen auf Erleben / Verhalten / Denken / Wahrnehmen / Physiologie / Somatik

Bindungsstörung

 

Ressourcen- und Zielorientiertes Arbeiten

 

Rahmengestaltung

Raumgestaltung, Regeln und Absprachen, Sicherheit-Beziehung-Grenzsetzung

 

Beziehungsgestaltung unter traumaspezifischen und bindungstheoretischen Aspekten

Haltung

Beziehungsdynamiken zwischen Mitarbeitern und Betreuten sowie deren Familien Beziehungsdynamiken im Team und dem größeren Helfersystem

Verstrickungsfallen

Umgang mit Übertragungs- und Gegenübertragungsphänomenen

 

 

Block 2: Diagnostik, Dynamik und Gruppenprozesse

 

Traumaspezifische Diagnostik und Anamneseerhebung

pädagogische und therapeutische Methoden der Diagnostik

 

Traumatisierung als Prozess und Dynamik

Vertiefung Risiko- und Resilienzfaktoren

Akute Traumatisierung / zurückliegende Traumatisierung / Traumatisierung in früher Kindheit

Phasen der Traumaentstehung und Verarbeitung (Stabilisierung, Verarbeitung, Integration)

 

Einübung von Techniken unter traumaspezifischen Gesichtspunkten:

Gesprächsführung

Techniken und Rahmenbedingungen der körperlichen, sozialen und psychischen Stabilisation

Förderung emotionaler Kompetenzen und der Affektregulation

 

Gruppen und Gruppendynamiken als Ressourcen und Erschwernisse in der pädagogisch-therapeutischen Arbeit

Gruppenpädagogische Ansätze

 

Sexualpädagogische Konzept unter Berücksichtigung teilweises spezifisch sexueller Traumatisierung

 

Biografiearbeit (Narrative, Familienbild, Lebensfaden, Lebensbuch…)

 

Rituale für Alltag, besondere Lebensereignisse und spezifische Situationen

 

  

Block 3: Kraftquellen, Stolpersteine und Krisen

 

Einübung von Techniken unter traumaspezifischen Gesichtspunkten:

Selbstwerterleben

Selbstwirksamkeitserleben (Distanzierungs-, Kontroll-, Tröstungstechniken)

Impulskontrolle

Selbststeuerung und Selbstkontrolle

Selbst- und Fremdwahrnehmung

Selbstreflexion,

Grenzen, Möglichkeiten, Folgen des eigenen Tuns

 

Vertiefung Selbstfürsorge und Burnout-Prävention

Prävention von und Wege aus sekundärer Traumatisierung

 

Selbstdefinition, Selbstwahrnehmung und Selbstreflexion der Mitarbeiter

 

Krisenintervention

Haltung gegenüber Krisen

Rahmensetzung für sichere Krisenintervention

Körperlichkeit bei der Krisenintervention

Prävention von und Umgang mit Retraumatisierung

Allgemein, getriggerte Verhaltensweisen, Dissoziationszustände, Weglaufen Selbstverletzung, Suizidalität, körperliche Aggression

 

Umgang mit eigener und fremder Aggression / Gewalt

Prävention von und Umgang mit Grenzverletzungen innerhalb der Wohngruppe

 

Schutz von Mitarbeitern und Jugendlichen vor sexuellem Missbrauch oder dem unberechtigtem Vorwurf desselben

Umgang mit Missbrauchs- oder Misshandlungsverdacht oder konkreten Vorfällen

 

1 Tag Supervision / Selbsterfahrung / Fallbesprechung

 

 

Block 4: Familienarbeit, Systemisches und Vertiefung

 

Einführung in systemische Pädagogik

Eltern- und Familienarbeit bei vorhandenen und nicht vorhandenen familiären Kontakten

Mehrgenerationenperspektive

Beziehungsaufbau, Motivationsstrategien und Grenzsetzungen gegenüber Eltern

Stärkung der Eltern und deren Erziehungsfähigkeiten, Psychoedukation

Eltern- und Familienarbeit bei grenzüberschreitenden Eltern oder solchen, welche maßgeblich zur Traumatisierung beigetragen haben

 

Einübung von Techniken unter traumaspezifischen Gesichtspunkten:

Psychoedukation

Problemlösefähigkeiten

Verankern im Hier und Jetzt, Dissoziationen erkennen und unterbrechen

Voraussicht

 

Partizipation von Kindern und Jugendlichen

 

Vertiefung und/oder Ergänzung von Schwerpunkten der auftraggebenden Institution sowie Themen aus der Dynamik der Teilnehmergruppe oder aktueller Geschehnisse in der Einrichtung

 

1 Tag Supervision / Selbsterfahrung / Fallbesprechung

 

 

Block 5: Multiprofessionalität, Ressourcen und Abschluss

 

Psychotherapie, Beratung, Medikation, alternative Verfahren

Die klassischen Ansätze wie Verhaltenstherapie und psychoanalyse, EMDR, EDxTM und andere energetische Verfahren, DBT, Imagination, Körperorientierte Ansätze, Snoozelen,

Gemeinsamkeiten und Unterschiede bezüglich Pädagogik und Therapie

Integration von psychotherapeutischen, psychiatrischen und pädagogischen Interventionen

Zusammenarbeit zwischen pädagogischen und therapeutischen Mitarbeitern

 

Multiprofessionalität / das Helfersystem / Pädagogik – Beratung – Therapie

Professionelles Selbstbild, Professionelle Rolle, Auftragsklärung in der eigenen Institution und zwischen Institutionen

Kooperation und Kommunikation im Helfersystem

 

Einübung von Techniken unter traumaspezifischen Gesichtspunkten:

Genusstraining und positive Besetzung von Körperlichkeit

Trauerrituale

Spiritualität, Sinnfrage, Einbindung in größere Zusammenhänge

Aufbau und Nutzung sozialer Netze sowie Reintegration in soziale Zusammenhänge

 

Vertiefung und/oder Ergänzung von Schwerpunkten der auftraggebenden Institution sowie Themen aus der Dynamik der Teilnehmergruppe oder aktueller Geschehnisse in der Einrichtung

 

1 Tag Supervision / Selbsterfahrung / Fallbesprechung

 

Kolloquium

 

Zertifizierung und Abschlussfest

 

 

Die inhaltliche Gestaltung des Curriculums ist darauf ausgelegt, die folgenden Punkte zu berücksichtigen:

 

-          Aktueller allgemeiner Wissens- und Methodenstand zum Thema

-          Einrichtungsspezifischen Schwerpunkte

-          Persönliche und professionelle Schwerpunkte der Mitarbeiter

-          Schwerpunkte, die sich aus der Dynamik der Weiterbildungsgruppe ergeben

-          Mögliche Zusatzthemen, die sich aus Einrichtungssicht während der laufenden Weiterbildung ergeben.

 

Dies stellt sicher, dass die Weiterbildung so optimal wie möglich an Ihre Institution sowie die teilnehmenden Mitarbeiter angepasst ist und darüber hinaus Veränderungsprozesse integrieren kann.

 

 

Rahmen

 

20 Tage Gesamtweiterbildung, aufgeteilt in

17 Tage Weiterbildung

  3 Tage Supervision / Selbsterfahrung / Fallbesprechungen

 

Vorgeschlagene Aufteilung:

Fünf 4-Tagesblöcke. Auf Wunsch unter der Woche oder zu Teilen an Wochenenden

 

Alle Weiterbildungstage sind so aufgebaut, dass eigene Fälle und Erfahrungen der Teilnehmer eingebracht werden können. Die Lehrinhalte werden dann auch anhand dieser Beispiele vermittelt.

 

Grundlagen und theoretische Aspekte werden wo immer dies möglich ist im Kontext von und ihrer Bedeutung für den Arbeitsalltag eingeführt. Praktische Übungen verdeutlichen Inhalte, enthalten Selbsterfahrungselemente und vermitteln Können.

 

Für die Zeiten zwischen den Blöcken erhalten die Teilnehmer Transferaufgaben für den Arbeitsalltag. Die Erfahrungen dabei werden im folgenden Block aufgegriffen und besprochen, so dass sich die Fortbildungsinhalte möglichst effektiv in den Arbeitalltag übertragen lassen.

 

Alle verwendeten Folien werden den Teilnehmern als Handouts zur Verfügung gestellt.

 

Die ideale Gruppengröße liegt zwischen 12 und 18 Teilnehmern.

 

 

 

Kosten:

  

Honorar:

 

Für Inhouse Veranstaltungen beträgt das Honorar

1000 € pro Seminartag, bei 20 Tagen:   20.000 € Gesamthonorar

 

Das Honorar für offene Fortbildungen orientiert sich auch an den Gesamtrahmenbedingungen und kann daher von dem für Inhouseveranstaltungen abweichen.

 

Nebenkosten:

 

Fahrtkosten:

Tatsächlicher Beförderungspreis mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Bahn 2. Klasse, Bahncard 50)

wo immer dies möglich ist.

 

Fahrten mit dem eigenen PKW werden mit 30Cent pro Kilometer berechnet.

 

Übernachtung mit Frühstück:

(soweit dies wegen der Entfernung zum Seminarort notwendig werden sollte)